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VORSCHAU
Michael Stavarič
Michael Stavarič, 1972 in Brno geboren, kam 1979 nach Österreich und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Er scheint keine literarischen Grenzen zu kennen, schreibt Romane, Kurzprosa, Gedichte, Essays und Kinderbücher, in denen sich Kraken und Eichhörnchen ebenso tummeln wie Blutegel, ist Übersetzer und Dozent und arbeitet seit 2021 gemeinsam mit der Filmemacherin Tina Feyrer an experimentellen Filmprojekten.
„Die Schattenfängerin“ erzählt die Geschichte eines rätselhaften, altklugen Mädchens, Stella, und ihres überaus belesenen Vaters. Er zeigt ihr in einem Haus am Hügel die Welt, trotz seiner häufigen Abwesenheit. Sie ist fünfzehn, als er eines Tages nicht mehr aufwacht. Nun macht sie sich auf, das Leben ihres Vaters, der im ganzen Buch anwesend bleibt, dort zu suchen, wohin er sie nie mitnahm – in die Welt der Sonnenfinsternisse, von der er unglaublich fasziniert gewesen war. Bevor Stella sich nun zu einer solchen aufmacht, wird sie die jüngste Totengräberin des Landes. Ihre Reise führt sie dann nach Kinshasa, in die von Bürgerkrieg zerrissene Demokratische Republik Kongo. Schon in seinen vorangegangenen Büchern wissen wir, wie großartig sich der Autor sich den unverstellten, offenen Blick von Kindern und Jugendlichen bewahrt hat. Märchenhaft, aber trotzdem nicht realitätsfremd und mit subversivem Witz nimmt uns Stella mit auf die Suche nach ihrem Vater, auf der sie bei sich selbst ankommt und feststellen muss, dass der Vater ihr einen Teil ihrer Lebensgeschichte immer verheimlicht hat.
Michael Stavarič, "Die Schattenfängerin". Roman. Luchterhand, München 2025
Sabine Scholl
Sabine Scholl, geboren in Grieskirchen, hat in Wien studiert und lebte in Aveiro, Chicago, New York, Nagoya, wo sie an Universitäten lehrte. Für ihre Romane und Essays hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie 2018 und den Oberösterreichischen Landespreis für Literatur 2020. Seit 2019 lebt und arbeitet sie wieder in Wien.
Zum Roman: „Die zweite Haut“
Stoffe, Fäden, Nähen bildeten für eine ganze Generation ein wesentliches Element des Aufwachsens. So auch für die Erzählerin und ihre Brüder, die in prekären Verhältnissen in einem kleinen Dorf in Oberösterreich von ihrer Mutter geradezu eingenäht wurden. Anhand einzelner Kleidungsstücke wird ein ganzes Leben nachgezeichnet, Armut und Ausgrenzung, Scham, aber auch ein Ringen um Emanzipation der Erzählerin als Studentin, Schriftstellerin und Mutter. Sabine Scholl hat einen literarischen Zugriff auf die tiefen Wunden des Lebens gefunden, auf die Scham der Armut, auf den Mangel an mütterlicher Liebe, auf die Prägung der Herkunft, die einen ein Leben lang begleitet.
Quelle: HP Weissbooks-Verlag
PETER STAMM
Über den Autor:
Peter Stamm ist ein Schweizer Schriftsteller, der für seine Romane und Erzählungen bekannt ist. Pressetexte zu seinen Werken thematisieren oft seine Auseinandersetzung mit den Themen Liebe, Familie, Identität und dem Verhältnis von Leben und Tod. Seine Werke werden als realistisch-surreal beschrieben, in denen Alltäglichkeiten zu tiefen Gesellschaftsanalysen werden können.
THERESA PRAMMER
LESUNG // THERESA PRAMMER
Samstag, 18. Oktober 2025
20 Uhr
Einlass ab 19 Uhr bei Käse und Wein.
Theatersaal Schlierbach
Eintritt: 15,00 €