TANZACT

LAVANTANZ 
14 Uhr | Theatersaal | VVK € 15,- | AK € 20,-

LAVANTANZ

© Aleksandra Pawloff

„Wir tanzen auf offenen Tellern...“

Tanzland macht Tanz & Kunst im ländlichen Raum hör- und sichtbar. Im Festivalprojekt “Lavantanz” verwandeln eine Künstlerin und zwei Künstler Gedichte und das Leben Christine Lavants in Musik und Tanz: Anne Bennent (*1963 in Lausanne, int. renommierte Schauspielerin und Sängerin), Karl Ritter (*1959 in Stockerau, Gitarrist, Komponist und Klangmaler), Thales Weilinger (*1982 in Klagenfurt, Tänzer und Choreograph).

Schwarz-Weiß-Fotografie einer Frau mit dunklem Kopftuch, die nachdenklich in die Ferne blickt, mit der Hand am Hals

© Ernst Prokop

CHRISTINE LAVANT

„Ich habe eine Welt und diese Welt brennt! Und wo etwas brennt, da entsteht Kraft. Du diese Kraft reißt mich mit.“ (Christine Lavant)

Die Kärntner Dichterin (1915 - 1973) gehört zu den bedeutendsten Vertreter*innen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. In 1700 Gedichten und 1200 Seiten Prosa thematisiert sie ihre existenzielle Zerrissenheit. Aufgewachsen in ärmsten Verhältnissen, physisch und psychisch ihr Leben lang leidend, schuf sie mit größter Willenskraft dieses bedeutende,  eigenständige Werk. Seit der Veröffentlichung ihrer ersten Erzählung, „Das Kind“, 1948 nannte sich Christine Thonhauser nach dem Fluss in ihrer näheren Heimat. Lavants schwierige Liebesbeziehung zu dem Maler Werner Berg in den Jahren 1950-1955 fand ihren Niederschlag in dessen Werk und in Hunderten von Briefen.

Schwarz-Weiß-Porträt einer ernst aussehenden Frau mit langen, dunklen Haaren vor einem geometrischen Hintergrund.

© Bernhard Holub

ANNETTE BENNENT

„Schon als Kind bewegten mich Gedichte. Verwandelte, verwandelnde Worte. Worte mit Macht. Manchmal rettete mich ein Gedicht, in trüben oder in euphorischen Zeiten. Beschwören, zaubern, fluchen, bannen, schwärmen, wüten, heilen, können Gedichte. Auch Unfassbares, Absurdes kristallisieren. Eröffnen andere Horizonte, Auswege. Karl Ritter bewundere ich schon lange wegen seiner unbeirrbaren Art in der Gitarre die Welt zu erforschen, und Gedichte durch Musik greifbar werden zu lassen. Mit Thales Weilinger verbindet mich der Versuch Christine Lavants Leben und Dichtung in Tanz zu verwandeln, in dem von Zdravko Haderlap initiierten Tanzstück „ich bin maßlos in allem“, wollte ich gerne Lavants Worte mit den Bewegungen von (sechs) Tänzer:innen in Beziehung bringen. Wir drei reisen ins tanzland, um jeder auf seine Weise und zusammen Christine Lavants unheimlich starke Poesie neu zu erspüren.“

Anne Bennent ergänzt ihre großartige Schauspielkarriere seit dem Jahr 1989 mit jener einer Chansonnière, Kultstatus erlangten ihre Liederabende mit dem Titel „Pour Maman“. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Akkordeonisten Otto Lechner, in Gars am Kamp.
2024 entstanden die Filme (Fernsehserien) „Der Zürich-Krimi – Borchert und die Stadt in Angst“ und „Kafka“.

Schwarz-weiß-Fotografie eines Mannes mit Hut und Sonnenbrille, mit Text "KARL RITTER KOMBOjanner"

KARL RITTER

»... Ein kurzer Blick auf die vielen, vielen verschiedenen Projekte, in denen der gebürtige Stockerauer seine Finger mit im Spiel hat, reicht, um zu erkennen, dass hier ist ein Mann am Werken, für den der Begriff „Berührungsangst“ schlicht und einfach ein Fremdwort darstellt. Egal ob nun im Jazz, Rock, Pop, in der Klassik, Weltmusik, Avantgarde, Improvisation oder im Bereich der elektronischen Musik, Karl Ritter ist in jeder Phase seines Tuns geleitet von der Idee, Brücken schlagen zu müssen, …“ schreibt Michael Ternai über den Musiker.

Schwarz-Weiß-Porträt eines Mannes mit kurzen Haaren und Bart, schaut ernst in die Kamera, dunkler Hintergrund.

© Milan Urbajs

THALES WEILINGER

Das Zitat “I’ve often lost myself, in order to find the burn that keeps everything away ” von F. G. Lorca überschreibt Thales Weilinger seine Biografie. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Seine Tanzkarriere begann er am Centro Andaluz de Danza. Dann arbeitete er in verschiedenen Projekten (u.a. Sisyphos´ Stein) mit unterschiedlichen Choreograf*innen, Kompagnien und Theatern, u.a. 2024 bei ImPulsTanz in Wien und im Juni 2026 beim KlagenfurtFestival.